Handy-Tarife

Handy-Tarife: Prepaid oder Vertrag – was ist besser?

Smartphones sind zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden. Sie sind Gedächtnisstütze, Computer, Nachrichtenzentrale, Kamera, Notizblock und Nachschlagewerk. Kein Wunder, dass sich viele Menschen ohne Handy regelrecht nackt fühlen. Um jederzeit erreichbar sein zu können, benötigt es aber zunächst einmal den richtigen Handy-Tarif. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede zwischen Verträgen und Prepaid-Angeboten.

Überall erreichbar mit dem Smartphone

Seit seinem Start vor gut 30 Jahren hat die mobile Telefonie in Deutschland eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Was zunächst ein kostspieliges Statussymbol für Yuppies war, ist heute so allgegenwärtig, dass es aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Auf jeden Einwohner Deutschlands kommen über 1,3 Handys. Smartphones sind inzwischen mehr Hochleistungscomputer als Telefone und ersetzen mit ihrer Vielseitigkeit zahlreiche andere Geräte. Karten zum Aufladen sind beinahe überall im stationären Handel oder bei Online-Anbietern wie KarteDirekt erhältlich.

Die unterschiedlichen SIM-Karten

Für den Betrieb eines Mobiltelefons braucht man in der Regel eine passende SIM-Karte. Es gibt sie in drei Größen: Standard, Micro und Nano. Karten in der Standardgröße (auch Mini genannt) kamen 1996 auf den Markt. Die Abmessungen betragen 25 × 15 × 0,76 Millimeter.

Micro- und Nano-SIM wurden erst in diesem Jahrtausend eingeführt. Die Micro-SIM kam 2003 auf den Markt und hat die Maße 15 × 12 × 0,76 Millimeter. Die 2012 eingeführte Nano-SIM ist noch mal kleiner. Gerade einmal 112,3 × 8,8 × 0,67 Millimeter misst die kleinste aller aktuellen Handykarten.

Die Netzanbieter

T-Mobile Deutschland startete sein D1-Netz 1992 unter dem heute etwas kurios anmutenden Namen De.Te.Mobil Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH. Heute vergibt der als Deutsche Telekom firmierende Gesamtkonzern Handy-Nummern mit den Vorwahlen 0151, 0160, 0170, 0171 und 0175.

Ebenfalls 1992 nahm das D2-Netz (D2 privat) von Mannesmann Mobilfunk den Betrieb auf. Es war das erste Telefonnetz eines privaten Anbieters in Deutschland. Nach der feindlichen Übernahme durch den britischen Vodafone-Konzern im Jahr 2000 wurde es in Vodafone D2 umbenannt. Neue SIM-Karten der in Düsseldorf ansässigen Telekommunikationsgesellschaft haben inzwischen die Vorwahlen 0152, 0162, 0172, 0173 und 0174.

Ein weiteres Mobilfunknetz wird durch die Telefónica Deutschland Holding AG unter dem Markennamen O2 betrieben. Lange gab es sogar vier Konkurrenten auf dem Markt. Bis zur Übernahme durch Telefónica im Oktober 2014 war E-Plus der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland. Aufgrund dieser besonderen Konstellation vergibt das Unternehmen gleich sieben Vorwahlnummern: 0157, 0163, 0177, 0178, 0159, 0176 und 0179.

Da Mobilfunkkunden in Deutschland seit November 2002 bei einem Anbieterwechsel ihre Rufnummer mitnehmen können, lässt sich bei bestehenden Nummern aber keine Aussage mehr bezüglich der Netzzugehörigkeit treffen.

Prepaid – Freiheit ohne Vertragsbindung

Bei Prepaid zahlen Sie im Voraus für Ihre monatliche Telefonnutzung und legen fest, wie viele Minuten, SMS und welches Datenvolumen Sie voraussichtlich nutzen werden. Wenn Ihr Guthaben aufgebraucht ist, müssen Sie bis zum nächsten Monat warten, bis Ihre Minuten-, SMS- und Datenlimits aktualisiert werden. Es ist in der Regel aber auch möglich, entsprechende Pakete nachzukaufen.

Bis vor wenigen Jahren konnten Prepaid-Karten anonym gekauft und freigeschaltet werden – zumindest waren Händler und Netzbetreiber gesetzlich nicht dazu verpflichtet, die Angaben der Kunden hinsichtlich ihrer Identität zu überprüfen. Dieser Umstand wurde allerdings auch von zu vielen Menschen mit krimineller Energie ausgenutzt.

Durch eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ist das so nun nicht mehr möglich. Seit Juli 2017 ist für jeden Kauf und die Aktivierung einer deutschen SIM-Karte eine Registrierung mittels Ausweis erforderlich. Zu einem früheren Zeitpunkt gekaufte und aktivierte Karten lassen sich allerdings nach wie vor ohne Überprüfung nutzen.

Vorteile Prepaid

Prepaid bringt diese Vorteile mit sich:

Niedrigere monatliche Kosten: Der Hauptvorteil von Prepaid- gegenüber Vertrags-Tarifen ist der niedrigere Preis. Prepaid gibt Ihnen die Freiheit, genau das zu kaufen, was Sie brauchen.

Flexibilität: Vertragstarife haben in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren. Wenn Sie den Anbieter wechseln möchten, müssen Sie in der Regel eine hohe Gebühr zahlen. Bei Prepaid-Tarifen ist ein monatlicher Wechsel hingegen problemlos möglich.

Optional hinzubuchbare Features: Früher waren Prepaid-Tarife mit Einschränkungen verbunden,vorwiegend hinsichtlich Daten- und Telefon-Flatrates. Aufgrund dieser Einschränkungen waren sie unter diesen Gesichtspunkten den Vertragstarifen lange Zeit unterlegen. Inzwischen gibt es auch Prepaid-Angebote mit genügend Inklusivvolumen und -minuten.

Keine Kreditprüfung: Vor Abschluss eines Handyvertrages führen die Anbieter in der Regel eine Bonitätsprüfung durch und holen eine Schufa-Auskunft ein. Das liegt daran, dass die Mobilfunkanbieter das Risiko mindern wollen, dass Sie Ihre Telefonrechnungen nicht rechtzeitig bezahlen können. Bei Prepaid ist diese Notwendigkeit nicht gegeben.

Handy-Verträge

Handy-Verträge werden in der Regel über 24 Monate abgeschlossen. Es gibt eine kaum überschaubare Anzahl an Tarifen, die unterschiedliche Mengen an Gesprächs-, SMS- und Datenvolumen beinhalten können. Die Kosten für die Telefon-Hardware sind in der Regel in der monatlichen Rechnung enthalten. Häufig werden Neukunden auch mit subventionierten Handys ab 0 EUR geködert.

Vorteile Vertrag

Durch den Abschluss eines Vertrages können Kunden auf diese Weise profitieren:

Es gibt spezielle Familientarife: Für Einzelpersonen sind Verträge in aller Regel teurer als Prepaid-Angebote. Allerdings versuchen die meisten großen Anbieter, mit speziellen Angeboten für Familien den tatsächlichen Monatspreis pro Kopf wettbewerbsfähiger zu machen.

Subventionierte Handys: Viele Anbieter schießen bei Neukunden-Verträgen einen Teil der Kosten für die Handys zu. Auch Bestandskunden soll die Vertragsverlängerung häufig mit subventionierten Geräten schmackhaft gemacht werden.

Keine Drosselung des Internets: Bei einem Vertrag mit echter Datenflatrate müssen Sie nicht befürchten, bei Überschreiten eines Limits nur noch mit gedrosselter Geschwindigkeit im Internet unterwegs sein zu können.

Kosten für das Smartphone verteilen sich über die Vertragslaufzeit: Bei mit Handy angebotenen Vertrags-Tarifen ist die Hardware in den monatlichen Kosten enthalten. Das ist einer der Gründe, weshalb Verträge im Durchschnitt oft teurer als Prepaid-Tarife sind. Allerdings können hohe und auf einen Schlag zu leistende Anschaffungskosten auch ein Nachteil sein. Das gilt vor allem, wenn man keine Rücklagen besitzt und finanziell nur von Monat zu Monat denkt.

Fazit: Der richtige Handy-Tarif für jedes Bedürfnis

Ihren Alltagsnutzen beweisen Handys täglich aufs Neue. Ob Sie sich lieber für zwei Jahre an einen Anbieter binden oder die Freiheiten eines Prepaid-Angebots nutzen möchten, ist zunächst einmal Geschmackssache. Verträge sind vor allem für Nutzer interessant, die ein neues Handy benötigen und die hohen Anschaffungskosten nicht auf einen Schlag tragen möchten. Auch Familien und Geschäftskunden profitieren durch speziell abgestimmte Vertragsoptionen. Ansonsten bieten Prepaid-Tarife weitaus mehr Flexibilität.

 

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About the Author

Emlin Sachs

Emlin Sachs ist eine in Frankfurt ansässige freiberufliche Autorin, die sich auf persönliche Finanzen, Kleinunternehmen, allgemeine Geschäfte und Reisen spezialisiert hat. Ihre Arbeiten erschienen in FAZ, DailyFinance.com, Newsday, Black Enterprise, Süddeutsche Zeitung und andere.