Schatzsuche

Schatzsuche – ein Hobby aus Fantasy & Vergangenheit?

Wer Geschichten aus der Vergangenheit oder Fiktion liest, in denen sich Menschen in den Goldrausch versetzen oder wertvolle Schätze finden, fühlt sich vielleicht inspiriert. Der Trend Geocaching hat zuletzt das Bedürfnis von Abenteurern nach Schnitzeljagd und Schatzsuche befriedigt. Es ist aber nicht die einzige Möglichkeit, dieser Faszination nachzugehen:

Metalldetektoren sind beliebte Werkzeuge für die sogenannten Sondengänger und Schatzsucher. Was muss man darüber wissen?

Sondengänger – was ist das?

Was wir umgangssprachlich als Schatzsucher beschreiben, nennt sich in offiziellen Kreisen Sondengänger. Der Begriff Sondeln beschreibt die gezielte Suche nach Bodenfunden, durch die Nutzung von Metalldetektoren und Pinpointern.

Diese Sondengänger finden wir häufig an Stränden und in anderen reizvollen Landschaften auf der Suche nach Bodenschätzen wie alten Münzen und archäologischen Artefakten.

Tatsächlich gibt es immer wieder Sensationsfunde, die die Faszination für die Schatzsuche weiter popularisieren.

Die Ausrüstung von Sondengängern

Das wichtigste Ausrüstungsstück ist der Metalldetektor. Daneben sind dem Sondler viele weitere Gegenstände behilflich. Insgesamt kann die Ausrüstung so aussehen:

  • Metalldetektor | Der Metalldetektor ist in der Lage, Metalle wie Eisen, Gold oder Bronze in mehreren Metern tief zu lokalisieren. Hier kommt eine Wechselstromspule zum Einsatz, die ein Magnetfeld erzeugt und einen Ton abgibt, wenn es auf bestimmte Metalle trifft. Andere Geräte arbeiten mit einem Magnetfels-Puls. Oft können die Frequenzen gewechselt werden, um etwa unterschiedliche Metalle zu finden.
  • Kopfhörer | Viele Detektoren haben einen Kopfhöreranschluss, um das Signal des Messgeräts besser zu hören.
  • Spulenschutz | Metalldetektoren kommen häufig mit einem Spulenschutz daher. Man kann ihn aber auch getrennt kaufen. Er schützt die empfindliche Spule des Detektors vor Zusammenstößen mit Objekten wie Bäumen und Steinen.
  • Pinpointer | Der Pinpointer ist ein spezialisierter Mini-Metalldetektor. Das Taschenlampen-förmige Gerät wird genutzt, um einen Fundort genauer zu bestimmen. Weiterführende Informationen erhalten Sie hier: https://produktvergleicher.org/pinpointer/.
  • Grabungswerkzeuge | Einen handlichen Spaten sollte man besitzen, um die Grabung nach dem Fundgegenstand zu erleichtern.
  • Fundtasche | Fundtaschen sind spezialisierte Aufbewahrungstaschen für Funde und die Sondengänger-Ausrüstung wie Pinpointer und Co.
  • Handschuhe | Bei den Grabarbeiten kann man sich schnell an den Händen verletzen. Solide Gartenhandschuhe schützen vor scharfen Gegenständen.

Was suchen Sondengänger?

Typische Suchen, die man mit Metalldetektoren angehen kann, sind:

  • Suche nach archäologischen Gegenständen (aus Antike & Neuzeit)
  • Goldsuche
  • Suche nach Meteoriten
  • Strandsuche nach Wertgegenständen wie Kleingeld und Schmuck

Was muss man beachten?

Wer vor hat, Sondengänger zu werden, sollte dabei auf ein paar Dinge achten:

Legalität

Die Schatzsuche mit Metalldetektoren ist grundsätzlich legal. Man muss nur darauf achten, wo man sucht und was man findet/zu finden erhofft. Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein ist die Suche mit dem Detektor grundsätzlich erlaubt. Ausgeschlossen sind:

  • Bodendenkmäler (wie historische Orte und Schlachtfelder)
  • Friedhöfe & ehemalige Grabanlagen
  • Naturschutzgebiete
  • Wälder und Wiesen

Man sollte sich immer eine Nachforschungsgenehmigung einholen. Bei dieser gibt man als Schatzsucher einmal im Jahr seine Funde ab, und erhält diese meist mit einer Fundbestimmung zurück. Manche Orte kann man auch ohne Genehmigung erkunden. Das gilt etwa für öffentliche Spielplätze, Parkanlagen und Badeseen.

Komplizierter wird es, wenn nach „Boden- oder Kulturdenkmälern“ gesucht, oder ein solches unbeabsichtigt gefunden wird. In dem Fall braucht man die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, oder man muss das Fundstück dort melden. Wer das nicht tut, macht sich als Raubgräber strafbar.

Neben der Genehmigung für die Suche nach Boden- und Kulturdenkmälern braucht man ebenfalls eine Genehmigung, wenn man das Denkmal bergen möchte.

Gefahren

Das Sondeln kann Gefahren mit sich bringen. Das ist vor allem bei der Bergung von Kampfmitteln der Fall. Unsachgemäßes Ausgraben, Transportieren und Lagern von Altwaffen und -munition ist riskant. Schon geringe Temperaturunterschiede können dazu führen, dass sich explosive Elemente aktivieren. Wer vermutet ein Kampfmittel gefunden zu haben, sollte die Stelle deshalb vor der Sonne schützen, den Notruf wählen und den genauen Fundort mitteilen. Leben in unmittelbarer Nähe Menschen, sollte man diese auf die Gefahr aufmerksam machen.

Fazit

Wer eine Faszination für Abenteuer, Geschichte und Schatzsuche hat, kann sie mit einem Metalldetektor ausleben. Als Sondengänger erhält man mit einer Nachforschungsgenehmigung die Möglichkeit, eine Vielzahl an Fundstücken zu entdecken.

Wer bestimmte Gebiete durchsuchen möchte, sollte sich aber zuerst nach den lokalen Gesetzen erkundigen. Meist ist die Denkmalschutzbehörde hierfür der richtige Ansprechpartner. Vor allem, wenn es um Kulturgüter und Kampfmittel geht, ist der Kontakt mit den Behörden unumgänglich. Diese darf und sollte man nicht unfachmännisch bergen.

About the Author

Emlin Sachs

Emlin Sachs ist eine in Frankfurt ansässige freiberufliche Autorin, die sich auf persönliche Finanzen, Kleinunternehmen, allgemeine Geschäfte und Reisen spezialisiert hat. Ihre Arbeiten erschienen in FAZ, DailyFinance.com, Newsday, Black Enterprise, Süddeutsche Zeitung und andere.