E Commerce Deutschland

Top 5 E-Commerce-Unternehmen in Deutschland

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der E-Commerce in Deutschland ein rasantes Wachstum erfahren. Zur Jahrtausendwende lag der Umsatz im Online-Handel bei gerade einmal 1,3 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 sind es bereits 59,2 Milliarden Euro. Auch für die Zukunft werden hohe jährliche Wachstumsraten erwartet. Das sind die 5 größten deutschen E-Commerce-Unternehmen:

#1: Otto (GmbH & Co KG), Hamburg: 13,4 Mrd. Euro Umsatz (2018/19)

Otto wurde 1949 als klassisches Versandhandelsunternehmen gegründet, der „Otto-Katalog“ ist ein Begriff. Auch heute noch bildet der Versandhandel den Kern des Geschäftsmodells. Allerdings hat der Katalog stark an Bedeutung verloren. Der Online-Handel macht den größten Teil des Umsatzes aus. Er macht rund drei Viertel des Otto-Umsatzes aus. Otto betreibt rund 100 Online-Shops und gilt in Deutschland als die Nummer 2 im E-Commerce nach Amazon. Otto ist unangefochtener Spitzenreiter unter den deutschen Online-Händlern.

#Platz 2: Zalando SE, Berlin: 6,5 Milliarden Euro Umsatz (2019)

Zalando wurde 2008 nach dem Vorbild des US-Versandhändlers Zappos gegründet. Als Investoren standen die Samwer-Brüder mit ihrem Unternehmen Rocket Internet Pate. Sie haben schon vielen E-Commerce-Start-ups auf der ganzen Welt geholfen. Zalando ist ein Unternehmen, das sich von Anfang an fast ausschließlich auf E-Commerce konzentriert hat. Ursprünglich nur auf Schuhe fokussiert, umfasst das Zalando-Sortiment mittlerweile auch Mode und Kosmetik. 2013 wurde aus der Zalando GmbH eine AG. 2014 eine SE. Im Herbst 2014 ging das Unternehmen an die Börse.

#Nr. 3: Klingel Gruppe (K – Versandhandel GmbH & Co. KG), Pforzheim: 1,0 Mrd. € Umsatz (2018)

Klingel (heute offiziell: K – Mail Order GmbH & Co. KG) bezeichnet sich selbst als drittgrößtes Versandhandelsunternehmen Deutschlands, es ist auf jeden Fall das älteste bestehende. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1923. Wie bei anderen traditionellen Versandhändlern auch, wird ein erheblicher Teil des Geschäfts mittlerweile über E-Commerce abgewickelt. Klingel verfügt über 60 Online-Shops, gehört aber gemessen am Online-Umsatz nur zum oberen Viertel der Shop-Betreiber in diesem Land. Das mag daran liegen, dass das Angebot vor allem auf die Zielgruppe 50+ ausgerichtet ist. Es umfasst Mode, Schuhe, Schmuck und Uhren, Heimtextilien, Haushalts- und Gartenprodukte sowie Elektrogeräte.

#Platz 4: Thomann GmbH, Burgebrach-Treppendorf: 920 Millionen Euro Umsatz (2019)

Im oberfränkischen Treppendorf bei Bamberg würde man kaum ein Weltunternehmen vermuten. Doch das ist die Thomann GmbH. Der von Thomann betriebene Online-Shop für Musikerbedarf hat das Unternehmen zum umsatzstärksten Musikalienhändler der Welt gemacht. Angefangen hat das Familienunternehmen 1954, als der Wandermusiker Hans Thomann Senior in seiner Heimatstadt ein Musikgeschäft gründete und fortan sein Geld als Handelsvertreter verdiente. Unter seinem Sohn wurde das Geschäft konsequent ausgebaut und das Internet eröffnete den Weg zum weltweiten Vertrieb.

#Platz 5: notebooksbilliger.de AG, Sarstedt: 879 Mio. € Umsatz (2018)

Den Firmennamen notebooksbilliger.de AG gibt es seit 2008, gegründet wurde das Unternehmen aber bereits 1989 als Softwarehaus. Mit dem Aufkommen des Internets und der Verbreitung des E-Commerce hat sich der Geschäftsschwerpunkt verlagert. Heute ist das Hauptgeschäft der Versandhandel für Notebooks und mobile Geräte über die beiden Online-Shops notebooksbilliger.de (Deutschland) und notebooksbilliger.at (Österreich). Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Sarstedt bei Hildesheim. Weitere Niederlassungen befinden sich in Berlin, Potsdam, München, Stuttgart, Düsseldorf und Eggenstein (bei Karlsruhe).

Die deutsche E-Commerce-Branche: Statistiken und Fakten

Im Jahr 1999 betrug der E-Commerce-Umsatz in Deutschland gut eine Milliarde Euro, 2019 werden es 59,2 Milliarden Euro sein. Dieses rasante Wachstum ist typisch. Auch für die kommenden Jahre werden zweistellige jährliche Wachstumsraten erwartet. Schon heute hat der E-Commerce einen Anteil von mehr als 12 Prozent am Handel, bis 2024 soll er auf bis zu 17 Prozent steigen. Der umsatzstärkste Online-Händler in Deutschland war 2019 Amazon, gefolgt von Otto, Zalando, Mediamarkt und notebooksbilliger.de.

Die Erfolgsgeschichte des E-Commerce verlief parallel zur Verbreitung des Internets. Es bildet die technische Grundlage und Plattform für den Online-Handel. Die ersten kommerziellen Anwendungen starteten 1990 und heute sind mehrere hunderttausend Online-Shops auf dem deutschen Markt aktiv. Viele von ihnen sind reine E-Commerce-Anbieter. Aber auch der stationäre Handel hat inzwischen den Vertriebsweg Online-Shop für sich entdeckt.

Der Online-Handel ist überwiegend ein B2C-Geschäft. Die meisten Angebote und Geschäftsmodelle sind auf (Online-)Konsumenten ausgerichtet. Hier werden auch die größten Umsätze generiert. Es gibt mittlerweile kaum noch Bereiche des Einzelhandels, die der Online-Boom nicht erfasst hat. Besonders stark ist der Online-Handel bei Schuhen und Bekleidung, Unterhaltungselektronik, Elektrogeräten, Spielzeug, Accessoires, Schmuck und Uhren. Darüber hinaus spielt der elektronische Geschäftsverkehr heute eine wichtige Rolle bei verbraucherbezogenen Dienstleistungen – einschließlich Flügen und Reisen, Unterhaltung und Finanzdienstleistungen.

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Paul Weber

Paul Weber ist ein freiberuflicher Autor, der ein breites Themenspektrum abdeckt, darunter persönliche Finanzen, Automobilbewertungen, Reisen, Nachrichten und Trends, Unterhaltung und Bildung. Er hat einen umfangreichen journalistischen Hintergrund, in dem er für mehrere Print- und Online-Publikationen geschrieben und berichtet hat.